Porträtmedaillen waren um 1500 noch ein ganz neues Medium in Deutschland. Klein und tragbar, aber trotzdem individuell genug, um ein Gesicht für die Nachwelt festzuhalten. Auch der Nürnberger Ratsherr und Vorsteher der Dr. Lorenz Tucher’schen Familienstiftung, Martin Tucher, ließ sich 1519 auf diese Weise porträtieren. Der Bildhauer Hans Schwarz schnitt dafür ein Modell aus Buchsbaumholz. Anders als an Güssen lässt sich an ihm unmittelbar die Handschrift des Künstlers erkennen. Heute zählt dieses Modell zu den Schätzen des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin und ist im Bode-Museum ausgestellt. Wie der Auftrag zustande kam, warum genau dieses Bildnis Martin Tuchers noch Jahrhunderte später in Kunstwerken auftaucht und wie das Objekt seinen Weg ins Museum fand, erzählt Dr. Johannes Eberhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münzkabinett, im Gespräch mit Florian Abe, Geschäftsführer der Tucher Kulturstiftung.

🔗 Das Modell im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts Berlin (IKMK):

https://ikmk.smb.museum/object?id=18200342

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